Wie du NICHT abstürzt – in 15 einfachen Schritten

Sicheres Fliegen, Deine Grenzen zu kennen und das Verständnis, wie Deine Drohne funktioniert, sind unerlässlich, wenn du Luftbilder oder Videos aufnimmst. Als Drohnen-Enthusiast habe ich auf YouTube meinen Anteil an “Drone fail”-Videos gesehen, von denen viele zu schrecklichen, und ziemlich teuren Abstürzen führen. Die meisten dieser Abstürze hätten durch einfache Sicherheitsvorkehrungen vermieden werden können.

Ich fliege seit einiger Zeit professionell Drohnen, und ich möchte 15 einfache Schritte (unter anderem) teilen, die Du befolgen kannst, um einen Absturz zu verhindern. Ich fliege hauptsächlich die Phantom 4, aber alle diese Tipps können auf die Mavic 2, Mavic Pro, Spark oder jede andere Drohne angewendet werden. Vorsicht ist besser als Nachsicht! Du willst einige der Tipps wirklich nicht auf die harte Tour lernen… Wie ich es tat.

  1. Bevor Du fliegst, übe im DJI GO Simulator! Ich empfehle dies für mindestens zwei Stunden. Gewöhne Dich an die Steuerung und achte genau darauf, in welche Richtung die Drohne zeigt. Wenn die Nase zu Dir zeigt, bewegt sie sich nach rechts, wenn Du erwartest, dass sie sich nach links bewegt. Daher ist es eine gute Idee, mit der Nase in Blickrichtung zu fliegen.
  2. Lese die Bedienungsanleitung zweimal! Ich habe sie von der offiziellen DJI-Website heruntergeladen und ausgedruckt.
  3. Fliege zunächst nicht über 30-40 m und gewöhne Dich an die Steuerung. Lege Dich noch nicht mit der Kamera an und denke nicht an Bilder. Als begeisterter Fotograf war es schwierig, die Kamera zu ignorieren, aber das Wichtigste, wenn man anfängt, ist die Kontrolle über die Drohne zu lernen.
  4. Übe die Verwendung der Return to Home Funktion. Lese den Abschnitt in der Bedienungsanleitung noch einmal durch, drücke lange die “H” Taste und sehe selbst, wie es funktioniert. Verstehe, dass Du vor dem Start ein GPS-Signal benötigst, damit die Funktion funktioniert, und prüfe ob ein grünes H auf Deiner Karte ist.
  5. Stellen die Rückkehrhöhe auf über 50 m (ich habe sie auf 80 m) in DJI GO ein, um sicherzustellen, dass Deine Drohne auf dem Heimweg keine Bäume oder Gebäude trifft. Ich empfehle auch, eine maximale Entfernung und Höhe einzustellen, die kleiner als der maximal zulässige Wert für beide ist. Du magst in Versuchung kommen, Deine Drohne bis an die Grenze ihrer Reichweite zu bringen, aber das kann unnötig riskant sein. Halte Deine Drohne in Sichtweite, um mögliche Kollisionen zu vermeiden.Road Romani shot by dji drone
  6. Achte während des Fluges auf Stromleitungen, Drähte und Äste. Die Hindernissensoren können dünne Objekte nicht erkennen, daher musst Du diese selbst vermeiden. Besonders bei Deinen ersten Flügen ist es eine gute Idee, von einem Freund begleitet zu werden, der die Drohne im Auge behalten kann, damit Du Dich auf den Bildschirm Deines Smartphones konzentrieren kannst. Zwei Augenpaare sind immer besser als eines!
  7. Wenn Du startest, verwende die automatische Startfunktion und lass die Drohne dann ca. 30 Sekunden lang auf 1 m Höhe schweben. Dies hilft der Batterie, sich aufzuwärmen, und wenn die Batterie Probleme hat, wirst du dies bemerken, während die Drohne schwebt. Außerdem ist es besser, 1 m über dem Boden abzustürzen als aus 100 m Höhe.
  8. Im Winter, wenn die Außentemperaturen unter 10° Celsius fallen, schalte die Rotoren ein und lass die Batterie bis zu einer Temperatur von über 25° C warmlaufen. Die Temperatur kannst Du in DJI GO sehen.
  9. Fliege nie rückwärts oder vermeide es so weit wie möglich. Selbst mit den rückwärts gerichteten Hindernissensoren der professionellen P4P. Wie ich bereits erwähnt habe, werden sie keine Objekte wie Äste und Drähte meiden.Phantom 4 - Bogata Forest Calin-Stan
  10. Falls Du das nicht schon verstanden hast – verlasse Dich nicht auf die Hindernissensoren. Obwohl sie in manchen Situationen lebensrettend sein können, erkennen sie nicht alles und funktionieren auch nicht bei schlechten Lichtverhältnissen.
  11. Fliege nicht in Gebieten mit starken Signalstörungen (wie in der Nähe von großen Metallobjekten) und starte nicht unter Hochspannungsleitungen.
  12. Was auch immer Du tust, ziehe nie beide Steuerknüppel an den unteren Innen- oder Außenrand. Dies stoppt die Motoren in der Luft, wenn sie länger als ein paar Sekunden gehalten werden! Es ist eine Sicherheitsfunktion und sollte nur verwendet werden, wenn Du kurz vor dem Absturz bist. Diese Steuerknüppel-Kombination, bekannt als „Combination Stick Command“ oder CSC, funktioniert mit der Phantom 3 und Phantom 4 mit älteren Firmware-Versionen. Aktuelle Firmware-Versionen und Produkte haben die Not-Aus-Befehle geändert. Lese dennoch in der Bedienungsanleitung Deiner Drohne über die Notstopp-Funktion.
  13. Vermeide es zu fliegen, wenn es windig ist. Jede kleine Drohne ist im Wind instabil, und DJI-Drohnen berücksichtigen die Windgeschwindigkeit nicht, wenn sie die die Rückflugzeit für die Rückkehrfunktion berechnen. Wenn Du also weit weg bist, kannst Du es bei starkem Wind vielleicht nicht mehr zurück zum Ausgangspunkt schaffen. Um die Windgeschwindigkeit zu messen, kannst Du ein Anemometer für ca. 30-40 € kaufen.
  14. Bestimmte Vogelarten werden durch Drohnen gestört. Einige versuchen sogar, ihr Territorium zu verteidigen, indem sie Drohnen angreifen. YouTube ist voller Videos, in dem Piloten feindliche Begegnungen mit Möwen oder Raubvögeln haben, die zu einem schlechten Ende für die Drohnen führen. Flieg also nicht in der Nähe großer Vogelschwärme und tue Dein Bestes, um sie nicht zu stören.
  15. Wie in der zivilen Luftfahrt sind Starts und Landungen die risikoreichsten Flugphasen. Achte besonders bei der Landung darauf, dass Dein Landeplatz frei von Hindernissen und relativ eben ist. Denke daran, wohin der Wind weht, und sei dir bewusst, dass Deine Drohne ein wenig in diese Richtung driften kann. Und wenn Du denkst, dass Du auf Sand oder einer Wasserlache landen musst, tue das nicht! Das Fangen von Hand ist möglich, auch wenn es für neue Piloten etwas riskant ist. Schaue Dir einige Anleitungen auf YouTube an, bevor Du es selbst ausprobierst.

Das sind also die grundlegenden Tipps, die ich aus meiner Flugerfahrung gelernt habe. Das ist bei weitem nicht alles, was man wissen muss, um ein Master-Drohnenpilot zu werden, aber es ist ein ziemlich guter Anfang.

Jetzt geh da raus und flieg sicher!